
56 Schüler verlassen das Gymnasium Twistringen und starten in ein neues Kapitel
Twistringen – „Wir rocken das!“, meinten Katelynn Hellmann und Ruth Mbiyeya mit Blick auf den neuen Lebensabschnitt, der ihnen und ihren Mitschülerinnen und Mitschülern nun bevorsteht. 56 Personen verlassen in diesem Jahr das Twistringer Hildegard-von-Bingen-Gymnasium mit einem Abschluss in der Hand. Am Freitag wurden sie von ihrer Schule feierlich verabschiedet.
„Abschluss und Abschied tun immer etwas weh, aber ein Abschluss ermöglicht es, ein neues Kapitel im Leben zu beginnen und somit neue Erfahrungen machen zu dürfen. Und wir glauben, darauf kann sich jeder hier freuen“, sagten Hellmann und Mbiyeya in ihrer Rede. Sie bedankten sich bei den Eltern und Lehrern für ihre Unterstützung.
Die beiden Schülerinnen erinnerten daran, dass die Corona-Pandemie das Lernen zwischenzeitlich erschwert hatte. Und mit einem Grinsen stellten sie fest: „Als wir angefangen haben, gab es noch keine KI, die uns geholfen hat. Da mussten wir noch auf gutefrage.net nach Antworten suchen.“
Während diverser Klassenfahrten seien immer mal wieder einzelne oder mehrere Schüler auf mysteriöse Weise verschwunden. Dann aber zum Glück auch wieder aufgetaucht. Einem Klassenkameraden sei aus Sicherheitsgründen sogar ein Airtac-Ortungsgerät verpasst worden, um ihn nicht zu verlieren. „Unser Jahrgang hatte Zusammenhalt. Wir waren wie eine große Familie“, erklärten die Abiturientinnen. Es sei ein schöner Weg gewesen, „den wir alle gemeinsam bestritten haben“.
Marc Hagedorn sprach im Namen der Eltern. „Ihr gehört zur sogenannten Gen Z. Über euch wird ganz schön viel geredet und geschrieben“, stellte er fest. Die Gen Z gelte als vergleichsweise wenig belastbar und weniger fähig, mit Stress und Misserfolgen im Berufsleben umzugehen. „Ich glaube, dass ich für alle Eltern spreche, wenn ich sage: ‚Wir haben euch anders kennengelernt, zumindest immer wieder mal‘“, meinte Hagedorn schmunzelnd. „Glaubt nicht alles, was über euch gesagt und geschrieben wird, sondern glaubt an euch.“
Schulleiter Peter Schwarze ging auf das diesjährige Abimotto ein. Das lautet: „ABI/DC – Highway through hell“. Schwarze fragte sich: „Haben wir in den letzten neun Jahren wirklich die Pforten der Unterwelt verwaltet?“ Im bekannten Song der Band AC/DC sei außerdem von einem „Dauerticket für eine Einzelfahrt“ die Rede. Das Ticket mit dem Namen „Schule“ sei zwar nicht ganz billig gewesen und habe manchmal viel Schweiß und Nerven gekostet. „Aber es war glücklicherweise keine Einzelfahrt in den Abgrund, sondern eine, die euch das höchste schulische Zertifikat unseres Landes einbringt.“
„Heute lassen wir uns überall von einem Navi hinführen“, stellte die stellvertretende Landrätin Dörte Meyer fest. Nur für die wichtigste Reise unseres Lebens gebe es bis heute leider keine App. Früher habe es noch keine Navigationsgeräte gegeben. Aber die Menschen seien doch immer ans Ziel gekommen. „Und genau das wünsche ich Ihnen auch. Dass Sie den Mut haben, Ihren eigenen Weg zu gehen. Dass Sie sich nicht entmutigen lassen, wenn einmal etwas anders läuft als geplant. Viele Wege führen uns ans Ziel“, sagte Meyer.
Bürgermeister Jens Bley sprach vom „Lauf des Lebens“. Die Schüler würden alles vereinen, was sie dafür brauchen. „Hört auf euch, hört auf euren Körper. Und schaut beim Laufen auch mal zur Seite, denn genau dort stehen Menschen, welche euch zujubeln, zusprechen und auch motivieren. Auch wieder hochhelfen, wenn es mal nicht so gut läuft.“ Jeder Schritt, jeder Meter könne Emotionen auslösen, und „damit baut ihr euch eure eigene Geschichte“.
Zwischendurch wurden die Redebeiträge durch musikalische Einlagen der Schulband, der Schülerin Henriette Meyer sowie von Katelynn Hellmann, Ruth Mbiyeya und Phil Ruhnau ergänzt. Die Hildegard-Prämie der Karin-und-Walter-Würz-Stiftung erhielten Selma Barth, Madlen Seifu sowie Merle Nick und Katelynn Hellmann, die drei verschiedene Projekte rund um die Benediktinerin Hildegard von Bingen eingereicht hatten.
Klara Brinkmann wurde für ihre besondere schulische Leistung geehrt. Finja Mönnig (1,2), Tobi Heins (1,2), Sevin Almaami (1,0) und Anastasia Shchetkin (1,0) hatten die besten Abiturschnitte erreicht.
Folgende Schüler wurden von den Fachschaften für besondere Leistungen geehrt: Noah Fredelake (Geschichte), Sevin Almaami (Politik, evangelische Redaktion), Janina Menge und Louisa Hagedorn (katholische Religion), Finja Mönnig (Deutsch, Kunst), Caroline Kaiser (Englisch), Felix Brinkmann (Französisch), Klara Brinkmann (Mathematik), Tobi Heins (Biologie), Anastasia Shchetkin (Chemie), Leon Wehrenberg (Physik), Jasper Keithahn (Informatik).HANNES GAUMANN


