20220426

Wasser ist ihr Element: Alina Meyer mit ihrer Urkunde von den Deutschen Meisterschaften schwimmerischer Mehrkampf. © Meyer

Ihr Ziel: Die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften. „Und da auch erfolgreich sein!“ Noch ist Alina zu jung für diese Meisterschaften, auch wenn die Twistringerin so manch einem davon schwimmt.

Twistringen – Spaßeshalber hat sie mal nachgerechnet. Alina Meyer schwimmt im Jahr mehr Kilometer, als ihre Oma mit dem Auto fährt. Bis zu fünfmal in der Woche trainiert sie für ihre große Leidenschaft: den Schwimmsport. Mit ihren zwölf Jahren hat die Twistringerin schon beachtliche Erfolge erzielt.

So war sie zum Beispiel 2019 und 2021 in Berlin beim Zehnländervergleich. Daran für sein Bundesland antreten zu dürfen, ist schon eine echte Leistung – und 2019 war Alina beim Brustschwimmen sogar die Schnellste ihrer Altersklasse. Bei den kombinierten Norddeutschen- und Landesmeisterschaften in Hannover räumte sie kürzlich einen ganzen Satz Medaillen ab, darunter Gold für 400 Meter Lagen. Vor sechs Wochen verpasste sie dann bei den Deutschen Meisterschaften schwimmerischer Mehrkampf in Dortmund in der Kraulwertung nur knapp das Treppchen und landete auf Platz vier.

Bereits einen ganzen Satz Medaillen abgeräumt

Von ihren Eltern habe sie das Talent ganz bestimmt nicht, wie ihre Mutter Katja Meyer schmunzelnd beteuert. Alina und ihren Geschwistern Mattis und Niklas liegt das Schwimmen umso mehr. Manch einer mag sich erinnern: Der Älteste im Bunde, Niklas, gehörte 2020 zu den Gewinnern der Sportlerwahl im Landkreis Diepholz und bekam für seine Schwimmerfolge im vergangenen Jahr den Twistringer Diamanten. Durch Niklas ist Alina zum Schwimmen gekommen. Sie hat ihm oft zugeschaut und sich irgendwann selbst im Schwimmverein angemeldet. „Das hat mir Spaß gemacht, also habe ich weitergemacht“, erzählt sie.


Mit vier Jahren konnte Alina schwimmen, mit sechs trat sie dem Weyher SV bei. Dort war sie viele Jahre aktiv, bis sie 2021 zum Delmenhorster Schwimmverein von 1905 wechselte. Meistens trainiert die Zwölfjährige in Delmenhorst, einmal pro Woche schwimmt für sie aber auch beim Landesstützpunkt in Oldenburg. Die Wege sind weit, Twistringen liegt für Profischwimmer nicht gerade ideal. Alina und ihre Brüder erfahren dahingehend viel Unterstützung von ihren Eltern. In den Osterferien waren die drei Nachwuchsschwimmer in einem Trainingslager in Dänemark.

„Die Lage, die ich am besten kann, ist das Kraulen.“

Zum Schwimmsport gehöre viel Übung, erklärt Alina. „Es ist nicht so, dass ich meine Arme ein bisschen herumschleudere und dann ist man schnell.“ Neben Kondition, Kraft und Technik gehe es zum Beispiel darum, den Wasserdruck zu fühlen.

„Die Lage, die ich am besten kann, ist das Kraulen.“ Ihre Bestzeit: 1,5 Kilometer in 20.04 Minuten. Die 100 Meter Kraulen schafft sie in 1.05 Minuten. Wer zum Vergleich mal seine eigene Zeit stoppen will: 100 Meter entsprechen zwei Bahnen im Twistringer Schwimmpark.

Der Reiz im Schwimmen liegt für Alina nicht nur in Bestzeiten, sondern vor allem auch darin, Freunde beim Training zu treffen. „Und auch meine Trainer sind ganz nett“, fügt sie hinzu.